Am Ehren und Freimitglieder Treffen vom 06. Oktober 2010 entstand die Idee man könnte mal unseren ehemaligen Clubkameraden, Heini Neukomm, in seiner neuen Funktion als Hüttenwart in der Jürg Jenatsch Hütte, besuchen. Am 03. / 04. Juli war es soweit. Auf ein Mail von mir an verschiedene Clubkameraden und auf die Bekanntmachung im Cluborgan, war leider etwas knapp war, meldeten sich doch einige Kameraden bei mir an. So sind wir dann zu sechst in Zürich mit dem Zug los gefahren, in Chur stiess dann noch unser letzter Teilnehmer dazu. Mit dem Postauto, via Lenzerheide-Bivio erreichten wir unseren Ausgangspunkt an der Julierpassstrasse bei Pt. 2233. Leider war das Restaurant zu und so mussten wir uns ohne Kaffee auf den Weg machen.
In gemütlichem Tempo erreichten wir das Val d‘ Agnel. Vorbei am rauschenden Bach und wunderschönen Blumen stiegen wir langsam höher. Nach ca. 1 Wanderstunde machten wir Mittagsrast, war es doch schon nach 12 Uhr und der Magen meldete sich auch. Nach dieser Rast machten wir uns auf den Weiterweg, vorbei an der Abzweigung die zur F. digl Leget führt, erreichten wir den Schlussaufstieg zur Fla d Agnel. Zuerst erfreuten wir uns aber an den schönen, tief blauen Seen auf ca. 2800 m. Jeder in seinem Tempo, wurde der Übergang zwischen P. Surgonda und P. d’Agnel, erreicht. Bis auf wenige Höhenmeter wurde die 3000er Marke geknackt. 16 Höhenmeter fehlten, Gabi und Franz wollten sie knacken, doch auch der kleine Aufschwung reichte nicht. Nachdem die wunderschöne Aussicht in die Bergeller Berge und das Jenatsch Gebiet genossen war machten wir uns an den Abstieg. Teilweise über Schnee erreichten wir den Talboden wo wir nochmals ausgiebig Rast machten. Der Weiterweg führte uns über eine kleine Brücke aus zwei Baumstämmen auf die andere Bachseite.
Die Höhe beibehaltend erreichten wir auf gutem Weg unser heutiges Ziel, die Jürg Jenatsch Hütte auf 2652 m.ü. M. Nach der Begrüssung durch den Hüttenwart Heini, welcher uns einen feinen speziellen Sirup offerierte, bezogen wir unsere Unterkunft. Da nebst uns nur noch zwei weitere Gäste anwesend waren hatten wir genügend Platz und konnten uns im Lager vertun. Mit einem feinen Bier an der Sonne genossen wir den zu ende gehenden Nachmittag. Plötzlich entdeckte jemand auf der gegenüber liegenden Hangseite ca. 10 bis 12 Steinböcke. Eugen versuchte mir mit genauen Angaben den Standort zu erklären, doch wie ich auch suchte und den Feldstecher immer wieder neu einstellte, ich fand die Tiere nicht.
Wenig später stellte es sich heraus, dass auch Eugen die Tiere nicht sah! Überzeugend auftreten muss man können, dann glauben einem die Leute, meinte er. Ich hab die Tiere dann doch noch gesehen. Nach einem feinen Apéro gab’s ein feines Nachtessen aus der Küche von Heini. Ab und zu spielte Werni auf seiner Mundharmonika was dann Heini noch animierte sein Alphorn hervor zu holen und jeder von uns versuchte einen Ton aus diesem Instrument zu locken. Die Tonleiter stimmte nicht immer, doch jeder brachte irgend ein Ton heraus. Wieder in der Hüttenstube brachte Heini noch einen feinen selbst angesetzten, Verteiler. Nach einer guten erholsamen Nacht wurden wir von einem wunderschönen Morgen begrüsset. Ein feines Frühstück, mit Müesli, Käse und Jus, und selbst gebackenem Brot, was will man noch mehr? Um ca. 09.45 Uhr verabschiedeten wir uns von Heini und seiner Hüttengehilfin, und verliessen die schön gelegene Hütte Richtung Val Bever. Kurz unterhalb der Hütte konnten wir die ersten Munggen beobachten, welche uns ihrerseits genau beobachteten. Nicht nur die Munggen erfreuten uns sondern auch die wunderschöne Alpenflora, welche in enormer Vielfalt blühte. Der Weg war problemlos, immer leicht abwärts. An einer schönen, von Schattenspendenden Lerchen umgebenden Stelle machten wir Mittagsrast. Nach dieser Rast zogen wir weiter Talwärts. Gerade rechtzeitig erreichten wir die Station Spinas, so dass wir den Zug nach Samedan erreichten. Hier gab es dann das wohl verdiente Bier. Nach dieser Stärkung brachte uns der Zug via Albula zurück ins Unterland wo sich unsere Wege trennten.
Mit auf dieser Tour waren: Gaby und Franz Arnold, Hans Stocklin, Eugen Meier, Werner Gmür, Hans Wasem, Martha und Paul Hug.
Paul Hug |